MWST Registrierung Schweiz

Die Registrierung für die MWST ist in der Schweiz Pflicht, wenn ein Unternehmen im letzten Geschäftsjahr im In- und Ausland mindestens CHF 100’000 Umsatz aus nicht von der Steuer ausgenommenen Leistungen erzielt hat oder wenn bei einer Gründung absehbar ist, dass die Grenze in den ersten 12 Monaten erreicht wird (Art. 10 und 14 MWSTG). Angemeldet wird online bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) über das ESTV-Portal, innert 30 Tagen nach Beginn der Steuerpflicht (Art. 66 MWSTG). Unter CHF 100’000 ist eine freiwillige Unterstellung möglich (Art. 11 MWSTG).

12 Min. LesezeitAktualisiert: Oktober 2026

Die MWST (Mehrwertsteuer) ist eine der wichtigsten Steuerpflichten für Schweizer Unternehmen. Als Gründer einer GmbH wirst du früher oder später mit dieser Frage konfrontiert: Muss ich mich registrieren? Die Antwort hängt von deinem Jahresumsatz ab — und die Grenze liegt bei CHF 100’000.

Wichtig zu wissen:

Ab einem Jahresumsatz von CHF 100’000 ist die MWST-Registrierung nicht optional — sie ist gesetzlich verpflichtend (Art. 10 MWSTG). Es zählt der Umsatz im In- und Ausland, nicht nur in der Schweiz. Wer sich trotz Pflicht nicht anmeldet, schuldet die MWST trotzdem — rückwirkend.

In diesem Guide erklären wir dir, was du über die MWST-Registrierung wissen musst: die gesetzliche Pflicht, die Voraussetzungen, die Abrechnungsmethoden, die aktuellen Sätze und die Schritte zur Anmeldung. Egal ob du gerade eine GmbH gegründet hast oder abschätzen möchtest, wann du dich anmelden musst.

Ab wann musst du dich für die MWST registrieren?

Steuerpflichtig wird ein Unternehmen, sobald es im In- und Ausland mindestens CHF 100’000 Umsatz pro Jahr aus Leistungen erzielt, die nicht von der Steuer ausgenommen sind (Art. 10 Abs. 2 MWSTG). Bei einem bestehenden Betrieb beginnt die Steuerpflicht nach Ablauf des Geschäftsjahres, in dem die Grenze erreicht wurde; danach bleiben 30 Tage für die Anmeldung (Art. 14 Abs. 3 und Art. 66 MWSTG, Art. 9 MWSTV).

Was viele falsch verstehen: Es geht nicht um den Gewinn, sondern um den Umsatz. Massgebend sind die vereinbarten Entgelte ohne MWST — also das, was du in Rechnung stellst, egal wie viel davon Kosten waren und wie viel Gewinn übrig bleibt.

Beispiel:

Du betreibst eine Consulting-Agentur und rechnest im ersten, vollen Geschäftsjahr (12 Monate) Projekte im Wert von CHF 95’000 ab. Du brauchst dich nicht zu registrieren.

Im zweiten Geschäftsjahr sind es CHF 110’000. Du hast die Grenze von CHF 100’000 erreicht und wirst mit Beginn des dritten Geschäftsjahres steuerpflichtig — die Anmeldung muss innert 30 Tagen danach bei der ESTV sein. Anders bei einer Neugründung: Ist schon beim Start absehbar, dass du in den ersten 12 Monaten CHF 100’000 erreichst, bist du von Anfang an steuerpflichtig (Art. 14 Abs. 3 MWSTG). War dein erstes Geschäftsjahr kürzer, wird der Umsatz auf 12 Monate hochgerechnet (Art. 9 MWSTV).

Ein weiterer häufiger Irrtum: Es zählt der Umsatz im In- und Ausland, nicht nur Schweizer Einnahmen. Wenn du als Schweizer Unternehmen Kunden in Deutschland oder den USA hast, zählen auch diese Umsätze für die CHF 100’000-Grenze — auch wenn in der Schweiz darauf keine MWST anfällt.

Die Frist zur Anmeldung beträgt 30 Tage ab Beginn der Steuerpflicht (Art. 66 Abs. 1 MWSTG). In der Praxis heisst das: Sobald absehbar ist, dass du die Grenze erreichst, solltest du die Anmeldung vorbereiten. Wer zu spät kommt, rechnet die verpassten Perioden nachträglich ab — samt Verzugszins.

Welche Umsätze zählen nicht zur Grenze?

Einige Leistungen sind von der Steuer ausgenommen (Art. 21 MWSTG). Sie zählen nicht zur Umsatzgrenze von CHF 100’000. Zu den wichtigsten gehören:

  • →

    Heilbehandlungen im Gesundheitswesen

    Leistungen von Ärztinnen, Zahnärzten und Therapeuten sind unter bestimmten Voraussetzungen ausgenommen.

  • →

    Bildungsleistungen

    Leistungen im Bereich der Erziehung und Bildung, etwa von Schulen und Kursanbietern.

  • →

    Versicherungsleistungen und Finanzdienstleistungen

    Versicherungen und Bankgeschäfte sind grösstenteils ausgenommen.

  • →

    Vermietung und Verkauf von Liegenschaften

    Ausgenommen. Für Geschäftsräume kannst du freiwillig optieren (Art. 22 MWSTG); bei Räumen, die ausschliesslich zum Wohnen genutzt werden, ist die Option ausgeschlossen.

Nicht verwechseln: Exporte von Waren ins Ausland sind von der Steuer befreit (Art. 23 MWSTG) — sie zählen aber für die CHF 100’000-Grenze mit. Wenn du hauptsächlich ausgenommene Leistungen erbringst, kannst du unter der Grenze bleiben, auch wenn dein Gesamtumsatz höher ist. Im Zweifel kläre mit einer Fachperson, welche deiner Leistungen ausgenommen sind.

Wann lohnt sich die freiwillige MWST-Registrierung?

Das Gesetz erlaubt dir, auf die Befreiung zu verzichten und dich freiwillig zur MWST anzumelden, auch wenn du die CHF 100’000-Grenze nicht erreichst (Art. 11 MWSTG). Das klingt zunächst kontraintuitiv — warum würde jemand freiwillig eine Steuerpflicht auf sich nehmen? Die Antwort liegt im Vorsteuerabzug.

Wenn du MWST-registriert bist, kannst du die MWST auf Einkäufe, Dienstleistungen und Investitionen abziehen. Das bedeutet: Wenn du einen Laptop für CHF 1’500 kaufst (plus 8.1 % MWST = CHF 121.50), kannst du diese CHF 121.50 als Vorsteuer von deiner geschuldeten MWST abziehen.

Das ist besonders wertvoll, wenn du ein B2B-Geschäft hast (Dienstleistungen an andere Unternehmen) oder wenn du viele Investitionen und Einkäufe tätigst. In diesen Fällen kann die freiwillige MWST-Registrierung erheblich Kosten sparen.

Wann lohnt sich die freiwillige Registrierung?

  • ✓ Du verkaufst an Unternehmen, die die MWST selbst als Vorsteuer abziehen können
  • ✓ Du planst grössere Investitionen (Maschinen, IT-Equipment)
  • ✓ Du exportierst — ohne Registrierung bleibt die Vorsteuer auf deinen Kosten liegen
  • ✓ Dein Geschäft ist stark in der Aufbauphase mit vielen Vorkosten

Wann lohnt es sich NICHT?

Für viele Startup-Gründer ist die freiwillige MWST-Registrierung eher eine Belastung als ein Vorteil:

  • ✗

    Du verkaufst vor allem an Endkunden (B2C)

    Privatpersonen können die MWST nicht abziehen. Entweder steigen deine Preise um 8.1 %, oder deine Marge sinkt — dazu kommt die Verwaltungsarbeit.

  • ✗

    Du hast wenige Einkäufe und niedrige Margen

    Wenn du wenig einkaufst und wenig Vorsteuer abziehen kannst, überwiegt der Verwaltungsaufwand den Vorteil.

  • ✗

    Du möchtest die Buchhaltung simpel halten

    MWST-Registrierung bedeutet regelmässige Abrechnungen (vierteljährlich, halbjährlich oder auf Antrag jährlich), präzise Dokumentation und potenzielle Nachzahlungen.

Als Faustregel: Wenn dein Geschäft im B2B-Bereich liegt und du planst, grösser zu wachsen, lohnt sich die freiwillige Registrierung oft bereits in der Startphase. Wenn du klein bleibst und an Endkunden verkaufst, warte bis zur obligatorischen Grenze.

Welche MWST-Sätze gelten in der Schweiz?

In der Schweiz gelten seit dem 1. Januar 2024 drei MWST-Sätze: 8.1 % Normalsatz, 2.6 % reduzierter Satz und 3.8 % Sondersatz für Beherbergung (Art. 25 MWSTG). Welcher gilt, hängt von der Art der Leistung ab:

KategorieMWST-SatzBeispiele
Normalsatz8.1%Die meisten Waren und Dienstleistungen: Büroausrüstung, Software-Lizenzen, Beratung, Elektronik, Restaurant-Konsumation
Reduzierter Satz2.6%Lebensmittel und alkoholfreie Getränke (nicht im Restaurant), Bücher, Zeitungen, Zeitschriften, Medikamente
Sondersatz Beherbergung3.8%Übernachtung inklusive Frühstück in Hotels, Ferienwohnungen und Gästezimmern (befristet bis Ende 2027)

Wichtig: Der Satz, den du berechnen musst, hängt von der Art der Leistung ab, nicht vom Kundentyp. Wenn du einen Online-Shop betreibst und physische Produkte verkaufst, kommt es darauf an, was du verkaufst: Lebensmittel → 2.6 %, die meisten anderen Waren → 8.1 %.

Für Verkäufe ins Ausland: Warenexporte — auch in die EU — sind mit Ausfuhrnachweis von der Steuer befreit (Art. 23 MWSTG). Dienstleistungen an Kunden im Ausland werden in der Regel dort besteuert, wo der Kunde sitzt (Art. 8 MWSTG). Im Zielland können eigene Regeln gelten — bespreche dich mit einer Fachperson, wenn du international verkaufst.

Wie meldest du dich bei der ESTV an?

Die MWST-Registrierung läuft online über das ESTV-Portal der Eidgenössischen Steuerverwaltung (früher ePortal). Hier sind die konkreten Schritte:

Schritt 1: ESTV-Portal aufrufen

Du erreichst das ESTV-Portal über www.estv.admin.ch. Du brauchst die Unternehmens-Identifikationsnummer (UID, Format CHE-123.456.789) deiner Firma. Sie wird mit dem Handelsregistereintrag vergeben; der Übertrag ins UID-Register kann laut ESTV bis zu drei Arbeitstage dauern.

Schritt 2: Unternehmensdetails eingeben

Gib deine Firmendaten ein: Name, UID, Geschäftsadresse, Ansprechperson, erwarteter Umsatz. Diese Daten sollten mit dem Handelsregister-Eintrag übereinstimmen. Prüfe sie vor dem Absenden — danach lässt sich die Anmeldung nicht mehr korrigieren.

Schritt 3: Abrechnungsmethode wählen

Dies ist ein kritischer Punkt. Du entscheidest dich für eine der beiden Methoden:

  • Effektive Methode: Du rechnest die MWST auf deinem Umsatz ab und ziehst die bezahlte Vorsteuer mit Belegen ab. Höherer Aufwand, dafür exakt.
  • Saldosteuersatzmethode: Ein von der ESTV bewilligter Branchensatz auf dem Umsatz inklusive MWST. Einfacher, die Vorsteuer ist pauschal berücksichtigt.

Den Saldosteuersatz kannst du direkt bei der Anmeldung wählen oder innert 60 Tagen nach Zustellung der MWST-Nummer beantragen. Verpasst du diese Frist, rechnest du mindestens drei Steuerperioden effektiv ab.

Schritt 4: Abrechnungsperiode

Die Abrechnungsperiode ergibt sich aus der Methode (Art. 35 MWSTG):

  • Effektive Methode: vierteljährlich (März, Juni, September, Dezember).
  • Saldosteuersatz: halbjährlich (Juni, Dezember).

Seit 1. Januar 2025 kannst du bei höchstens CHF 5’005’000 Jahresumsatz auf Antrag jährlich abrechnen und zahlst unter dem Jahr Raten. Bei regelmässigem Vorsteuerüberschuss ist auf Antrag eine monatliche Abrechnung möglich.

Schritt 5: MWST-Nummer erhalten

Nach Prüfung der Anmeldung teilt dir die ESTV deine MWST-Nummer mit: deine UID mit dem Zusatz MWST, zum Beispiel CHE-123.456.789 MWST. Diese Nummer gehört auf jede deiner Rechnungen (Art. 26 Abs. 2 MWSTG).

Schritt 6: Erste MWST-Abrechnung einreichen

Die Abrechnung reichst du ebenfalls über das ESTV-Portal ein. Abrechnung und Zahlung sind innert 60 Tagen nach Ende der Abrechnungsperiode fällig (Art. 71 und Art. 86 MWSTG) — für das 1. Quartal also bis 30. Mai. Hast du dich verspätet angemeldet, umfasst die erste Abrechnung auch die zurückliegenden Perioden.

💡 Tipp:

Viele Gründer lassen sich bei der ersten Registrierung und der ersten Abrechnung von einer Fachperson unterstützen — gerade bei der Wahl der Methode, an die du danach gebunden bist (Art. 37 Abs. 4 MWSTG).

Effektive Methode oder Saldosteuersatz — was passt?

Die Wahl zwischen effektiver Methode und Saldosteuersatz ist eine der wichtigsten Entscheidungen bei deiner MWST-Registrierung. Beide Methoden haben Vor- und Nachteile, und die richtige Wahl hängt von deinem Geschäftsmodell ab.

KriteriumEffektive MethodeSaldosteuersatz
GrundprinzipDu rechnest die MWST auf dem Umsatz ab und ziehst die bezahlte Vorsteuer abEin Branchensatz (seit 2024 zwischen 0.1 % und 6.8 %) wird auf den Umsatz inklusive MWST angewendet
Vorsteuerabzug✓ Mit BelegenPauschal im Satz berücksichtigt, kein separater Abzug
BuchhaltungsaufwandHöher — alle Rechnungen dokumentierenNiedriger — simple Umsatzberechnung
AbrechnungVierteljährlich (auf Antrag jährlich)Halbjährlich (auf Antrag jährlich)
Beispiel SteuerlastUmsatz CHF 200’000 (CHF 16’200 MWST) − Vorsteuer CHF 8’000 = CHF 8’200 zu zahlenUmsatz inkl. MWST CHF 216’200 × 6.2 % (z. B. Architekturbüro) = rund CHF 13’404 zu zahlen
VoraussetzungKeineHöchstens CHF 5’024’000 Umsatz und CHF 108’000 Steuer pro Jahr (Art. 37 Abs. 1 MWSTG); je nach Satz tiefere Umsatzgrenze

Das Beispiel zeigt: Der Saldosteuersatz ist nicht automatisch günstiger. Er rechnet mit der branchenüblichen Vorsteuer — hast du deutlich mehr Vorsteuer als üblich, fährst du effektiv besser.

Welche Methode passt zu dir?

Wähle die effektive Methode, wenn:

  • ✓ Du hohe Einkäufe, Material oder Investitionen hast (hohe Vorsteuer)
  • ✓ Du exportierst oder viele steuerbefreite Umsätze hast
  • ✓ Du bereit für präzise Buchhaltung bist (oder eine Fachperson hast)

Wähle den Saldosteuersatz, wenn:

  • ✓ Du Dienstleistungen ohne grosse Materialkosten anbietest
  • ✓ Du die Buchhaltung simpel halten möchtest
  • ✓ Du aktuell nicht viele Investitionen planst

Wichtig: Du kannst die Methode wechseln, aber nicht beliebig. Den Saldosteuersatz musst du mindestens eine Steuerperiode beibehalten; wer effektiv abrechnet, kann frühestens nach drei Jahren zum Saldosteuersatz wechseln. Wechsel gelten jeweils ab Beginn einer Steuerperiode (Art. 37 Abs. 4 MWSTG).

Häufige MWST-Fehler vermeiden

Viele Startups machen beim Umgang mit MWST vermeidbare Fehler. Hier sind die häufigsten — und wie du sie vermeidest:

🔴 Fehler 1: Zu spät anmelden

Das Problem: Du weisst nicht, dass du dich hättest registrieren müssen, und merkst es erst Jahre später.

Die Folge: Die ESTV fordert die MWST ab Beginn der Steuerpflicht nach, dazu Verzugszins (2026: 4 % pro Jahr, Art. 87 MWSTG). Die unterlassene Anmeldung kann gebüsst werden (Art. 98 MWSTG).

Lösung: Tracke deinen Umsatz monatlich. Sobald absehbar ist, dass du die CHF 100’000-Grenze erreichst, bereite die Anmeldung vor. Eine verspätete Anmeldung ist möglich, aber früh ist besser als zu spät.

🔴 Fehler 2: Falsche oder fehlende Rechnungsstellung

Das Problem: Du vergisst, deine MWST-Nummer auf Rechnungen zu drucken oder stellst die MWST falsch in Rechnung.

Die Folge: Deine Kunden können die Vorsteuer nicht sicher abziehen, und die ESTV kann Korrekturen verlangen.

Lösung: Eine Rechnung enthält in der Regel diese Angaben (Art. 26 Abs. 2 MWSTG):

  • ✓ Name und Ort deiner Firma mit MWST-Nummer (CHE-XXX.XXX.XXX MWST)
  • ✓ Name und Ort des Kunden
  • ✓ Datum oder Zeitraum der Leistung (falls nicht gleich dem Rechnungsdatum)
  • ✓ Art, Gegenstand und Umfang der Leistung
  • ✓ Entgelt
  • ✓ Steuersatz und Steuerbetrag (z. B. 8.1 % = CHF 1’620 auf CHF 20’000); bei Preisen inklusive MWST genügt der Satz

🔴 Fehler 3: Vorsteuerabzug ohne Belege

Das Problem: Du kaufst Büroausrüstung oder Services und willst die MWST als Vorsteuer abziehen, hast aber keine brauchbaren Belege.

Die Folge: Die ESTV kann den Vorsteuerabzug ablehnen. Du zahlst mehr Steuern als nötig.

Lösung: Am sichersten weist du die Vorsteuer mit einer korrekten Rechnung nach:

  • ✓ MWST-Nummer des Lieferanten
  • ✓ Steuersatz oder Steuerbetrag klar ausgewiesen — ein blosser Vermerk «inkl. MWST» reicht der ESTV nicht
  • ✓ Rechnung lautet auf deine Firma

PDF- und gescannte Rechnungen sind Papierrechnungen gleichgestellt — archiviere sie ordentlich.

🔴 Fehler 4: Auslandsumsätze falsch deklariert

Das Problem: Du verkaufst Waren oder Dienstleistungen ins Ausland und weisst nicht, welche MWST-Regeln gelten.

Die Folge: Du deklarierst falsch, und die ESTV kann Nachzahlungen oder Korrekturen verlangen.

Lösung: Es gibt verschiedene Regeln:

  • ✓ Warenexporte: mit Ausfuhrnachweis von der Steuer befreit (Art. 23 MWSTG) — zählen aber zur Umsatzgrenze
  • ✓ Dienstleistungen an Kunden im Ausland: in der Regel dort steuerbar, wo der Kunde sitzt (Art. 8 MWSTG)
  • ✓ Digitale Leistungen an Privatpersonen im Ausland: Im Zielland kann eine eigene Steuerpflicht entstehen

Beratung empfohlen: Wenn du international tätig bist, lass dich von einer Fachperson mit Auslandserfahrung beraten.

🔴 Fehler 5: Abrechnung vergessen oder zu spät

Das Problem: Du bist registriert, reichst die Abrechnungen aber zu spät oder gar nicht ein.

Die Folge: Vor Fristablauf erinnert dich die ESTV nicht — die MWST ist eine Selbstdeklarationssteuer (Art. 71 MWSTG). Bleibt die Abrechnung aus, mahnt dich die ESTV und setzt die Steuer selbst fest (Art. 86 MWSTG). Dazu kommt Verzugszins (Art. 87 MWSTG); wer trotz Mahnung nicht einreicht, kann gebüsst werden (Art. 98 MWSTG).

Lösung: Blockiere dir die Abgabefrist im Kalender (Art. 71 MWSTG):

  • ✓ Quartalsabrechnung: innert 60 Tagen nach Quartalsende (Q1: bis 30. Mai)
  • ✓ Halbjahresabrechnung: innert 60 Tagen nach Halbjahresende (1. Halbjahr: bis 29. August)
  • ✓ Jährliche Abrechnung: bis Ende Februar des Folgejahres

Tipp: Eine Fristverlängerung für die Abrechnung beantragst du online im ESTV-Portal, vor Ablauf der Frist. Die Zahlungsfrist verschiebt sich dadurch nicht — wer später zahlt, schuldet Verzugszins.

FAQ — Häufig gestellte Fragen

Ab wann muss ich mich als GmbH für die MWST registrieren?

Sobald deine GmbH im In- und Ausland mindestens CHF 100’000 Umsatz pro Jahr aus Leistungen erzielt, die nicht von der Steuer ausgenommen sind (Art. 10 Abs. 2 MWSTG). Bei einem bestehenden Betrieb beginnt die Steuerpflicht nach Ablauf des Geschäftsjahres, in dem die Grenze erreicht wurde; bei einer Neugründung von Anfang an, wenn absehbar ist, dass die Grenze in den ersten 12 Monaten erreicht wird (Art. 14 Abs. 3 MWSTG, Art. 9 MWSTV). War das Geschäftsjahr kürzer als 12 Monate, wird der Umsatz auf ein volles Jahr hochgerechnet. Anmelden musst du dich innert 30 Tagen nach Beginn der Steuerpflicht (Art. 66 MWSTG).

Lohnt sich die freiwillige MWST-Registrierung für mein Startup?

Oft ja, wenn du vor allem an Unternehmen verkaufst oder hohe Vorleistungen hast. Wer auf die Befreiung verzichtet (Art. 11 MWSTG), kann die bezahlte MWST auf Einkäufe, Dienstleistungen und Investitionen als Vorsteuer abziehen. Bei reinen Endkunden-Geschäften lohnt sich das meist nicht: Die MWST verteuert deine Preise oder schmälert deine Marge, und dazu kommt der Abrechnungsaufwand.

Was ist der Unterschied zwischen effektiver Methode und Saldosteuersatz?

Bei der effektiven Methode ziehst du die tatsächlich bezahlte Vorsteuer mit Belegen ab — das erfordert eine genaue Buchhaltung. Beim Saldosteuersatz multiplizierst du den Umsatz inklusive MWST mit einem Branchensatz (seit 2024 zwischen 0.1 % und 6.8 %); die Vorsteuer ist darin pauschal berücksichtigt und wird nicht separat abgezogen. Möglich ist der Saldosteuersatz bis CHF 5’024’000 Umsatz und CHF 108’000 Steuer pro Jahr (Art. 37 MWSTG).

Welche MWST-Sätze gelten in der Schweiz 2026?

Der Normalsatz beträgt 8.1 %. Der reduzierte Satz für Lebensmittel, Bücher, Zeitungen und Medikamente liegt bei 2.6 %. Für Beherbergungsleistungen gilt ein Sondersatz von 3.8 %. Diese Sätze gelten seit dem 1. Januar 2024 (Art. 25 MWSTG).

Wie läuft die MWST-Registrierung ab?

Du meldest dich online über das ESTV-Portal der Eidgenössischen Steuerverwaltung an; dafür brauchst du die UID deiner Firma. Nach Prüfung der Anmeldung teilt dir die ESTV deine MWST-Nummer mit — deine UID mit dem Zusatz MWST (Format CHE-123.456.789 MWST). Die Frist für die Anmeldung beträgt 30 Tage ab Beginn der Steuerpflicht (Art. 66 MWSTG).

Was passiert, wenn ich mich nicht anmelde, obwohl ich müsste?

Die ESTV fordert die MWST rückwirkend ab Beginn der Steuerpflicht nach, dazu Verzugszins (2026: 4 % pro Jahr, Art. 87 MWSTG). Wer die Anmeldung unterlässt, verletzt eine Verfahrenspflicht und kann gebüsst werden (Art. 98 MWSTG); wird dadurch Steuer verkürzt, droht ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung (Art. 96 MWSTG). Melde dich deshalb an, sobald du die Grenze absehen kannst.

Nächste Schritte

  • ✓ Tracke deinen Umsatz und plane deine MWST-Registrierung vor Erreichen der CHF 100’000-Grenze
  • ✓ Entscheide: effektive Methode oder Saldosteuersatz?
  • ✓ Richte deine Buchhaltung entsprechend ein
  • ✓ Registriere dich online über das ESTV-Portal
  • ✓ Ergänze deine Rechnungsvorlage um deine MWST-Nummer
  • ✓ Markiere die Abrechnungsfrist in deinem Kalender
  • ✓ Erwäge, für die erste Abrechnung eine Fachperson beizuziehen
So ist diese Seite entstanden: Recherche und Text mit KI-Unterstützung. Zahlen und Rechtsaussagen werden gegen amtliche Quellen abgeglichen. Verantwortlich: Ivan Markovic, Gründer von Floow. Stand: Oktober 2026. So arbeiten wir mit KI
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Floow Redaktion

Fachinhalte zur Firmengründung in der Schweiz. Quellen: BFS, ESTV, SECO, kantonale Handelsregisterämter.

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