AHV-Anmeldung als Firma — GmbH und AG Schritt für Schritt 2026

Eine Firma (GmbH oder AG) meldet sich für die AHV selbst bei der kantonalen Ausgleichskasse ihres Sitzkantons an — im Kanton Bern bei der Ausgleichskasse des Kantons Bern (AKB), die das auch ohne Löhne verlangt. Das Gesetz verlangt die Anmeldung bei der kantonalen Ausgleichskasse, nennt aber keine Frist (AHVG Art. 64 Abs. 5). Floow-Richtwert: innert 30 Tagen nach dem Handelsregistereintrag — verbindlich ist die Praxis deiner Ausgleichskasse.

13 Min. LesezeitAktualisiert: Oktober 2026

Du hast deine GmbH gerade gegründet und bekommst Post von der AHV-Ausgleichskasse: «Anmeldung erforderlich». Vielleicht hast du dich noch gar nicht angemeldet? Das lässt sich schnell nachholen — je länger es liegen bleibt, desto teurer wird es.

Die AHV ist eine der wichtigsten Sozialversicherungen in der Schweiz. Als Firma mit Sitz in der Schweiz unterliegt deine GmbH einer Meldepflicht bei der Ausgleichskasse. Das Gesetz verlangt die Anmeldung bei der kantonalen Ausgleichskasse, nennt aber keine Frist (AHVG Art. 64 Abs. 5). Floow-Richtwert: innert 30 Tagen nach dem Handelsregistereintrag — verbindlich ist die Praxis deiner Ausgleichskasse. Wer die Meldung lange hinauszögert, riskiert rückwirkend geforderte Beiträge plus Verzugszinsen.

Dieser Leitfaden zeigt dir die Regeln: wann und wo die Anmeldung fällig ist, wie viel die Beiträge kosten, welche Fehler du vermeidest — und wie du Schritt für Schritt vorgehst.

Was ist die AHV und warum betrifft sie dich als GmbH-Gründer?

Die AHV (Alters- und Hinterlassenenversicherung) ist die erste Säule der Schweizer Altersvorsorge. Sie ist obligatorisch für alle Personen, die in der Schweiz wohnen oder erwerbstätig sind — egal, ob als Angestellter, Unternehmer oder Geschäftsführer.

Die AHV zahlt dir später zwei Dinge:

  • Altersrente: Ab dem Referenzalter 65. Für Frauen steigt es mit der Reform AHV 21 schrittweise von 64 auf 65 Jahre (Jahrgang 1962: 64 Jahre und 6 Monate, ab Jahrgang 1964: 65 Jahre).
  • Hinterlassenenleistungen: Für deine Familie, falls du sterben solltest

Als Geschäftsführer mit Lohn bist du für die AHV ein Angestellter deiner GmbH (unselbständig erwerbend). Die Beiträge teilen sich deshalb wie bei jedem Angestellten: Die GmbH zahlt den Arbeitgeberanteil, dein Arbeitnehmeranteil wird dir vom Lohn abgezogen — wirtschaftlich trägst du als Inhaber beide.

Zusätzlich zur AHV gehören die IV (Invalidenversicherung) und die EO (Erwerbsersatzordnung) dazu. Sie sind mit der AHV verkoppelt — du rechnest einmal ab und zahlst alles zusammen, ebenso die ALV (Arbeitslosenversicherung).

Wichtig: Die AHV ist nicht optional. Es gibt keine Ausnahme für Gründer oder Startups — auch eine kleine GmbH meldet sich bei der Ausgleichskasse an.

Wann und bei welcher Ausgleichskasse meldest du deine Firma an?

Melde deine Firma zeitnah nach dem Handelsregistereintrag bei der kantonalen Ausgleichskasse am Sitz an; das AHV-Gesetz nennt keine Frist, Floow rechnet mit einem Richtwert von 30 Tagen. In Bern ist das die Ausgleichskasse des Kantons Bern (AKB), bei Mitgliedschaft in einem Verband mit eigener Kasse die Verbandsausgleichskasse.

Das Gesetz nennt keine feste Frist (AHVG Art. 64 Abs. 5). Floow empfiehlt die Anmeldung innerhalb von 30 Tagen nach dem Handelsregistereintrag (Zefix) als Richtwert. Beiträge schuldet die Firma auf jedem ausbezahlten Lohn — auch dann, wenn sie noch nicht angemeldet ist.

Praktisches Beispiel: Deine GmbH wird am 1. März ins Handelsregister eingetragen. Der Floow-Richtwert läuft bis 31. März. Zahlst du dir schon im März einen Lohn aus, sind darauf Beiträge geschuldet — auch wenn die Anmeldung erst später erfolgt.

Wer die Anmeldung lange hinauszögert, riskiert:

  • Rückständige Beiträge für alle bereits ausbezahlten Löhne
  • Verzugszinsen von 5% pro Jahr, unabhängig vom Verschulden (Art. 42 AHVV)
  • Eine Ordnungsbusse bis CHF 1'000, im Wiederholungsfall innert zwei Jahren bis CHF 5'000, wenn Melde- und Auskunftspflichten trotz Mahnung verletzt werden (Art. 91 AHVG)

Faustregel: Melde dich zeitnah nach dem HR-Eintrag an — der 30-Tage-Richtwert ist keine gesetzliche Frist und keine Kulanzfrist. Je länger du wartest, desto grösser der Nachzahlungsbetrag.

Die Anmeldung erfolgt bei einer AHV-Ausgleichskasse — nicht direkt bei einem Bundesamt. Welche Kasse zuständig ist, hängt ab von:

  • dem Sitzkanton deiner GmbH (kantonale Ausgleichskasse), oder
  • der Mitgliedschaft in einem Berufs- oder Branchenverband, der eine eigene Verbandsausgleichskasse führt

Es gibt zwei Arten von Kassen:

  • Kantonale Ausgleichskassen: eine pro Kanton, z. B. die Ausgleichskasse des Kantons Bern (AKB) oder die SVA Zürich. Sie nehmen alle Firmen auf, die keiner Verbandskasse angehören.
  • Verbandsausgleichskassen: von Berufs- und Branchenverbänden gegründet; zuständig für deren Mitglieder.

Die Listen findest du unter ahv-iv.ch — Kantonale Ausgleichskassen und ahv-iv.ch — Verbandsausgleichskassen.

Wie hoch sind die AHV-Beiträge 2026 als GmbH-Geschäftsführer?

AHV, IV und EO kosten 2026 zusammen 10,6% des Lohns, je zur Hälfte von der GmbH und von dir getragen; die ALV kommt mit 2,2% bis CHF 148'200 Jahreslohn dazu. Die Beiträge sind einkommensabhängig: Je höher dein Lohn, desto höher die Beiträge.

VersicherungSatz 2026BasisHinweis
AHV (Altersversicherung)8,7%Gesamter LohnJe hälftig Arbeitgeber und Arbeitnehmer
IV (Invalidenversicherung)1,4%Gesamter LohnJe hälftig Arbeitgeber und Arbeitnehmer
EO (Erwerbsersatz)0,5%Gesamter LohnFür Erwerbsausfallentschädigungen (Militär, Zivildienst)
AHV/IV/EO Total10,6%Gesamter LohnDavon zahlst du 5,3% (AN) + GmbH 5,3% (AG)
ALV (Arbeitslosenversicherung)2,2%Bis CHF 148'200/Jahr1,1% (AN) + 1,1% (AG), höchstens CHF 1'630.20 je Seite; darüber keine ALV-Beiträge
FAK (Familienzulagen — kantonal)je nach Kasse, z. B. Zug 1,35%AHV-pflichtiger LohnZahlt der Arbeitgeber (deine GmbH); nur im Wallis zahlen auch Arbeitnehmende einen Teil

Dazu kommt ein Verwaltungskostenbeitrag der Ausgleichskasse, der je nach Kasse verschieden ist, aber höchstens 5% der AHV/IV/EO-Beiträge beträgt.

Beispielrechnung: Du zahlst dir als GmbH-Geschäftsführer einen Jahreslohn von CHF 80'000 aus, Sitz der GmbH im Kanton Zug.

  • AHV/IV/EO: CHF 80'000 × 10,6% = CHF 8'480 (deine GmbH zahlt 5,3% = CHF 4'240; du zahlst 5,3% = CHF 4'240)
  • ALV: CHF 80'000 × 2,2% = CHF 1'760 (AG 1,1% = CHF 880; AN 1,1% = CHF 880)
  • FAK (Familienausgleichskasse Zug): CHF 80'000 × 1,35% = CHF 1'080 (zahlt deine GmbH)
  • Total pro Monat: ca. CHF 943 (davon trägt die GmbH ca. CHF 517, dir werden ca. CHF 427 abgezogen) — plus Verwaltungskosten der Ausgleichskasse

Das sind deine Kosten als Arbeitgeber: Für AHV/IV/EO, ALV und Familienzulagen trägt die GmbH in diesem Beispiel 7,75% zusätzlich zum Bruttolohn. Dazu kommen die Verwaltungskosten der Ausgleichskasse, die Berufsunfall-Prämie (UVG) und der Arbeitgeberanteil der Pensionskasse (BVG). Plane das im Budget ein!

AHV-Beiträge: Arbeitgeber vs. Arbeitnehmer — Wer zahlt was?

Das System ist so konstruiert, dass beide Seiten die Lasten teilen. Bei einer GmbH mit Mitarbeitenden läuft das über die Lohnabrechnung — für dich als Geschäftsführer wird es spannend, weil du wirtschaftlich auf beiden Seiten stehst.

Die Aufteilung:

  • AHV/IV/EO: 10,6% Gesamt → 5,3% Arbeitgeber (deine GmbH) + 5,3% Arbeitnehmer (du)
  • ALV: 2,2% Gesamt (bis CHF 148'200/Jahr) → 1,1% AG + 1,1% AN
  • FAK: Satz je nach Familienausgleichskasse (z. B. Zug 1,35%) → Arbeitgeber (deine GmbH); ausser im Wallis zahlt der Arbeitnehmer nichts

In der Praxis laufen die Beiträge so ab:

  • Deine GmbH zahlt der Ausgleichskasse beide Anteile: Arbeitgeber-Anteil (AG) + Arbeitnehmer-Anteil (AN)
  • Deinen AN-Anteil zieht die GmbH dir vom Bruttolohn ab
  • In der Buchhaltung ist dein Bruttolohn (inklusive AN-Anteil) Personalaufwand, der AG-Anteil Sozialversicherungsaufwand der GmbH

Wie meldest du deine Firma bei der AHV an?

Du füllst das Anmeldeformular für Arbeitgeber der kantonalen Ausgleichskasse am Firmensitz aus (online oder als Formular) und legst den Handelsregisterauszug bei. Die Kasse bestätigt den Anschluss und setzt die Akontobeiträge fest. Hier die 5 Schritte:

1. Zuständige Ausgleichskasse finden

Zuständig ist die kantonale Ausgleichskasse am Sitz deiner Firma — ausser deine Firma ist Mitglied eines Verbands mit eigener Verbandsausgleichskasse. Bist du Verbandsmitglied, teilst du das der kantonalen Kasse mit; die Ausgleichskasse des Kantons Bern verlangt dafür eine schriftliche Mitteilung.

Die Kontaktdaten aller Kassen stehen auf ahv-iv.ch unter «Kontakte».

2. Anmeldeformular ausfüllen und einreichen

Die Ausgleichskassen stellen ein Anmeldeformular für Arbeitgeber bereit, viele auch online.

Du brauchst für die Anmeldung:

  • Firmenname und UID-Nummer (aus dem Handelsregisterauszug)
  • Datum des Handelsregistereintrags (aus Zefix)
  • Firmensitz-Adresse
  • Deine persönlichen Daten (Name, Vorname, Geburtsdatum, Adresse, AHV-Nummer)
  • Deine Funktion (Geschäftsführer/in)
  • Voraussichtliche Lohnsumme des Jahres
  • Kontoverbindung deiner GmbH für die Beitragszahlungen

Tipp: Wenn du bereits eine Finanzplanung hast, nimm die Lohnsumme daraus. Das erspart dir später Korrekturen.

3. Lohnsumme melden — und bei Änderungen nachführen

Du gibst bei der Anmeldung die voraussichtliche Lohnsumme an. Darauf setzt die Ausgleichskasse die Akontobeiträge fest (Art. 35 AHVV).

Weicht die Lohnsumme später wesentlich ab — als wesentlich gilt eine Abweichung von mindestens 10% —, meldest du das der Kasse, damit die Akontobeiträge angepasst werden.

Wie hoch muss dein eigener Lohn sein? Einen Mindestlohn für Geschäftsführer schreibt die AHV nicht vor. Heikel wird es erst, wenn ein unangemessen tiefer Lohn mit einer offensichtlich überhöhten Dividende zusammentrifft — dann rechnet die Ausgleichskasse einen Teil der Dividende als Lohn auf (siehe unten).

4. Bestätigung und Abrechnungsnummer erhalten

Nach Bearbeitung deiner Anmeldung schickt die Ausgleichskasse der Firma eine Bestätigung mit:

  • der Abrechnungs- bzw. Mitgliednummer deiner GmbH als Arbeitgeberin
  • den festgesetzten Akontobeiträgen und der Zahlungsperiode

Deine persönliche AHV-Nummer (13 Stellen, beginnt mit 756) hast du bereits, wenn du in der Schweiz versichert bist. Mitarbeitende ohne AHV-Nummer meldest du der Ausgleichskasse umgehend, damit sie eine erhalten; Mitarbeitende mit AHV-Nummer erscheinen spätestens in der jährlichen Lohnbescheinigung.

5. Akontobeiträge zahlen und Löhne jährlich bescheinigen

Die Akontobeiträge zahlst du vierteljährlich; bei einer Lohnsumme über CHF 200'000 pro Jahr monatlich (Art. 34 AHVV). Die Ausgleichskasse stellt dir dafür eine Rechnung.

Wichtig: Wer zu spät zahlt, schuldet 5% Verzugszins pro Jahr — ohne Rücksicht auf ein Verschulden (Art. 42 AHVV).

Nach Jahresende reichst du die Lohnbescheinigung ein — spätestens am 30. Januar des Folgejahres (Art. 36 AHVV). Danach rechnet die Kasse die Akontobeiträge mit den tatsächlich geschuldeten Beiträgen ab:

  • Online-Portal: Die meisten Ausgleichskassen bieten ein Online-Meldeportal für die Lohnbescheinigung.
  • Lohnsoftware: Wenn du Mitarbeitende hast, lohnt sich eine Lohnsoftware, die die Lohndaten direkt an die Ausgleichskasse übermittelt.

Musst du dich anmelden, wenn du als Geschäftsführer keinen Lohn beziehst?

Im Kanton Bern ja: Die Ausgleichskasse des Kantons Bern verlangt die Anmeldung jeder GmbH und AG, auch ohne Löhne; wie deine kantonale Kasse es hält, erfährst du dort. Ohne Lohn fallen für dich aber keine Lohnbeiträge an, und du baust über die Firma kein AHV-Einkommen für deine Rente auf.

Viele Gründer zahlen sich anfangs keinen Lohn aus. Das ist aus Liquiditätsgründen nachvollziehbar — hat aber Folgen für deine Vorsorge:

  • Ohne Lohn gibt es keine AHV-Beiträge — und damit auch keine Einträge in deinem individuellen Konto (IK), auf dem deine spätere Rente beruht
  • Dividenden zählen nicht als AHV-Einkommen
  • Zahlt die GmbH dir einen unangemessen tiefen Lohn und zugleich eine offensichtlich überhöhte Dividende, rechnet die Ausgleichskasse einen Teil der Dividende als Lohn auf — rückwirkend, meist bei einer Arbeitgeberkontrolle

Naturalleistungen zählen mit: Leistungen, die du statt Geld erhältst — etwa die private Nutzung eines Geschäftsautos —, gehören zum AHV-pflichtigen Lohn (Wegleitung über den massgebenden Lohn, WML). Auch ohne Barlohn können so Beiträge anfallen.

Die 4 häufigsten Fehler bei der AHV-Anmeldung (und ihre Folgen)

Diese Fehler kosten Gründer Geld und Zeit:

Fehler 1: Verspätete Anmeldung — die teuerste Unterlassung

Was passiert: Du vergisst die Anmeldung und merkst es erst nach 6 Monaten.

Konsequenzen:

  • Rückständige Beiträge für alle ausbezahlten Löhne werden auf einmal verlangt
  • Verzugszinsen von 5% pro Jahr auf jedem verspäteten Betrag (Art. 42 AHVV)
  • Beispiel: 6 Monate à CHF 600 Beiträge = CHF 3'600 Rückstand, auf einen Schlag fällig, plus Zins

Lösung: Kalender-Reminder setzen! Schreib es direkt nach der Gründung auf: «Bis [Datum +30 Tage] AHV-Anmeldung abschicken.»

Fehler 2: Tiefer Lohn plus hohe Dividende

Was passiert: Du zahlst dir CHF 20'000 Lohn und schüttest den Rest des Gewinns als hohe Dividende aus, um AHV-Beiträge zu sparen.

Konsequenzen:

  • Bei einer Arbeitgeberkontrolle prüft die Ausgleichskasse, ob der Lohn unangemessen tief und die Dividende offensichtlich überhöht ist
  • Trifft beides zu, rechnet sie einen Teil der Dividende bis zur Höhe eines branchenüblichen Lohns als Lohn auf
  • Die Beiträge darauf werden rückwirkend nachgefordert, mit Verzugszins

Lösung: Lege Lohn und Dividende so fest, dass dein Lohn für deine Arbeit branchenüblich ist. Die Beiträge sind ein Aufwand, aber sie sichern deine Rente ab.

Fehler 3: Lohn und Dividende nicht unterscheiden

Was passiert: Du zahlst dir keinen Lohn, sondern wartest auf den Jahresabschluss und nimmst eine Dividende.

Konsequenzen:

  • Nur Lohn ist AHV-pflichtig. Dividenden zählen nicht für deine Rente.
  • Es entstehen Beitragslücken in deinem individuellen Konto

Lösung: Zahle dir einen realistischen Lohn, monatlich über die Lohnabrechnung. Die Dividende kommt allenfalls oben drauf — wie sich beides steuerlich auswirkt, zeigt Lohn vs. Dividende.

Fehler 4: Lohnänderungen nicht melden

Was passiert: Du zahlst dir anfangs CHF 50'000/Jahr, später erhöhst du auf CHF 80'000 — meldest das aber nicht weiter.

Konsequenzen:

  • Deine Akontobeiträge sind zu tief (berechnet auf CHF 50'000)
  • Mit der Lohnbescheinigung wird die Differenz auf einmal nachgefordert

Lösung: Melde eine Änderung der Lohnsumme von 10% oder mehr während des Jahres. Die Lohnbescheinigung ist Pflicht — jedes Jahr bis 30. Januar.

Zählt eine Dividende für die AHV — und warum ist das wichtig?

Nein: Dividenden sind grundsätzlich kein AHV-pflichtiger Lohn — du zahlst darauf keine AHV-Beiträge, baust damit aber auch keine AHV-Rente auf. Nur wenn ein unangemessen tiefer Lohn mit einer offensichtlich überhöhten Dividende zusammentrifft, wird ein Teil der Dividende als Lohn behandelt.

Die klare Trennung:

  • Lohn: Entgelt für deine Tätigkeit als Geschäftsführer. AHV-pflichtig, einkommensteuerpflichtig.
  • Dividende: Gewinnbeteiligung als Gesellschafter. Grundsätzlich nicht AHV-pflichtig, einkommensteuerpflichtig.

Beispiel: Deine GmbH macht CHF 100'000 Gewinn vor deinem Lohn. Vereinfacht (ohne Gewinnsteuer und Arbeitgeberbeiträge) gibt es drei Wege:

  • Option A (Nur Lohn): CHF 100'000 Lohn. AHV/IV/EO-Beiträge CHF 10'600 (je hälftig GmbH und du).
  • Option B (Lohn + Dividende): CHF 50'000 Lohn + Dividende. AHV/IV/EO-Beiträge CHF 5'300, nur auf dem Lohn.
  • Option C (Nur Dividende): Kein Lohn. AHV/IV/EO-Beiträge CHF 0 — keine Rentenbildung, und bei offensichtlich überhöhter Dividende das Risiko einer Aufrechnung als Lohn.

Option C ist der häufigste Denkfehler. Die Antwort ist zweigeteilt:

  • Vorsorge: Ohne Lohn entstehen Lücken in deiner AHV, die spätere Altersrente fällt kleiner aus.
  • Aufrechnung: Bei unangemessen tiefem Lohn und offensichtlich überhöhter Dividende rechnet die Ausgleichskasse einen Teil der Dividende bis zu einem branchenüblichen Lohn als Lohn auf (WML).

Merksatz: Lohn ist das Entgelt für deine Arbeit, die Dividende dein Anteil am Gewinn. Für die AHV zählt nur der Lohn. Für die Steuern zählen beide, aber unterschiedlich — rechne die Kombination mit deiner Treuhänderin oder deinem Treuhänder durch.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie lange habe ich nach der GmbH-Gründung Zeit, mich bei der AHV anzumelden?

Das Gesetz verlangt die Anmeldung bei der kantonalen Ausgleichskasse, nennt aber keine Frist (AHVG Art. 64 Abs. 5). Floow-Richtwert: innert 30 Tagen nach dem Handelsregistereintrag — verbindlich ist die Praxis deiner Ausgleichskasse. Beiträge schuldet die Firma auf jedem ausbezahlten Lohn, auch vor der Anmeldung — wer lange zuwartet, bekommt sie rückwirkend nachgefordert, mit 5% Verzugszins pro Jahr (Art. 42 AHVV).

Wie viel kostet mich die AHV als GmbH-Geschäftsführer?

AHV, IV und EO kosten 2026 zusammen 10,6% des Lohns (8,7% AHV + 1,4% IV + 0,5% EO), ohne Obergrenze. Die GmbH trägt 5,3%, die anderen 5,3% werden dir vom Lohn abgezogen. Dazu kommen die ALV mit 2,2% bis CHF 148'200 Jahreslohn (je 1,1%), die Familienzulagen-Beiträge der GmbH (kantonal, z. B. Zug 1,35%) und die Verwaltungskosten der Ausgleichskasse.

Was passiert, wenn ich mich nicht bei der AHV anmelde?

Die Beitragspflicht gilt trotzdem: Die Ausgleichskasse fordert die Beiträge rückwirkend nach, mit 5% Verzugszins pro Jahr (Art. 42 AHVV). Wer Melde- und Auskunftspflichten trotz Mahnung verletzt, riskiert eine Ordnungsbusse bis CHF 1'000, im Wiederholungsfall innert zwei Jahren bis CHF 5'000 (Art. 91 AHVG).

Muss ich mich auch anmelden, wenn ich als Geschäftsführer keinen Lohn beziehe?

Im Kanton Bern ja: Die Ausgleichskasse des Kantons Bern verlangt die Anmeldung jeder GmbH und AG, auch wenn keine Löhne ausgerichtet werden; wie deine kantonale Kasse es hält, erfährst du dort. Ohne Lohn fallen für dich keine Lohnbeiträge an — du baust über die Firma dann aber auch kein AHV-Einkommen für deine Rente auf. Heikel wird es, wenn ein unangemessen tiefer Lohn mit einer offensichtlich überhöhten Dividende zusammentrifft: Dann rechnet die Ausgleichskasse einen Teil der Dividende als Lohn auf.

Wer ist meine zuständige AHV-Ausgleichskasse?

Grundsätzlich die kantonale Ausgleichskasse am Sitz deiner Firma — im Kanton Bern die Ausgleichskasse des Kantons Bern (AKB), im Kanton Zürich die SVA Zürich. Ist deine Firma Mitglied eines Berufsverbands mit eigener Verbandsausgleichskasse, rechnet sie dort ab. Beide Listen findest du auf ahv-iv.ch unter «Kontakte».

Ändert sich etwas, wenn ich Dividenden statt Lohn auszahle?

Ja. Dividenden sind grundsätzlich kein AHV-pflichtiger Lohn — auf ihnen zahlst du keine AHV-Beiträge, sie zählen aber auch nicht für deine Rente. Zahlt die GmbH dir einen unangemessen tiefen Lohn und gleichzeitig eine offensichtlich überhöhte Dividende, rechnet die Ausgleichskasse einen Teil der Dividende bis zur Höhe eines branchenüblichen Lohns als Lohn auf (Wegleitung über den massgebenden Lohn, WML).


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So ist diese Seite entstanden: Recherche und Text mit KI-Unterstützung. Zahlen und Rechtsaussagen werden gegen amtliche Quellen abgeglichen. Verantwortlich: Ivan Markovic, Gründer von Floow. Stand: Oktober 2026. So arbeiten wir mit KI
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Floow Redaktion

Fachinhalte zur Firmengründung in der Schweiz. Quellen: BFS, ESTV, SECO, kantonale Handelsregisterämter.

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