Buchhaltung GmbH — Pflichten, Kosten und Tipps 2026

Eine GmbH, die ihre Buchhaltung selber macht, muss für den Jahresabschluss keinen Treuhänder beiziehen — das Gesetz schreibt keinen vor. Verantwortlich für Buchführung und Jahresrechnung sind die Geschäftsführer (Art. 957 ff. und Art. 810 Abs. 2 OR); den Geschäftsbericht unterzeichnen die vorsitzende Person der Geschäftsführung und die im Unternehmen für die Rechnungslegung zuständige Person (Art. 958 Abs. 3 OR). Für eine kleine GmbH ist nur eine Revisionsstelle für die eingeschränkte Revision Pflicht — ausser alle Gesellschafter verzichten per Opting-out, was bei höchstens 10 Vollzeitstellen im Jahresdurchschnitt möglich ist (Art. 727a Abs. 2 OR).

12 Min. LesezeitAktualisiert: Oktober 2026

Du hast deine GmbH gegründet — Glückwunsch. Jetzt beginnt der laufende Betrieb, und damit auch eine Pflicht, über die viele Gründer überrascht sind: Als GmbH musst du zwingend doppelte Buchhaltung führen. Kein Wahlrecht, kein vereinfachtes Verfahren.

Das Schweizer Obligationenrecht ist hier eindeutig: Art. 957 Abs. 1 OR verpflichtet alle juristischen Personen — also auch GmbHs — zur Buchführung und Rechnungslegung mit Bilanz und Erfolgsrechnung. Wer das ignoriert, riskiert Steuernachzahlungen und die persönliche Haftung der Geschäftsführer.

Braucht deine GmbH für den Jahresabschluss einen Treuhänder?

Nein. Das Gesetz verlangt für die Buchhaltung und den Jahresabschluss einer GmbH keinen Treuhänder; die Verantwortung liegt bei den Geschäftsführern (Art. 810 Abs. 2 Ziff. 3 und 5 OR). Eine externe Prüfung braucht es nur über die Revisionsstelle — und auf die kann eine kleine GmbH per Opting-out verzichten (Abschnitt Revision unten).

Selber machen funktioniert bei wenigen Transaktionen und mit moderner Software. Ein Treuhänder kann sich lohnen bei vielen Buchungen, Mitarbeitenden oder komplexer MWST. Eine verbreitete Aufteilung: laufende Buchhaltung selber, Jahresabschluss und Steuererklärung durch einen Treuhänder — so bezahlst du den Treuhänder nur für den Abschluss. Das ist eine Wahl, keine Pflicht. Floow selbst führt keine Buchhaltung.

Muss eine GmbH doppelte Buchhaltung führen?

Ja. Das Obligationenrecht unterscheidet zwei Buchführungsformen: die vereinfachte Buchführung über Einnahmen, Ausgaben und Vermögenslage (nur für Einzelunternehmen und Personengesellschaften unter CHF 500'000 Umsatzerlös, Art. 957 Abs. 2 OR) und die ordentliche Buchführung mit Bilanz und Erfolgsrechnung (Pflicht für alle juristischen Personen — also auch GmbHs, unabhängig vom Umsatz).

Was ist doppelte Buchhaltung?

Doppelte Buchführung bedeutet: Jede Transaktion wird auf zwei Konten gebucht — Soll und Haben. So ist die Bilanz immer ausgeglichen (Aktiven = Passiven). Gebucht wird im Journal und im Hauptbuch; daraus entsteht am Jahresende die Jahresrechnung aus Bilanz, Erfolgsrechnung und Anhang (Art. 958 OR).

Was gehört in die Buchhaltung?

Jede geschäftliche Transaktion muss erfasst werden — mit Originalbeleg: Ausgestellte und erhaltene Rechnungen, Lohnzahlungen, Bankbewegungen, AHV-Zahlungen, MWST-Abrechnungen, Abschreibungen und Rückstellungen.

Kein Beleg = keine Buchung. Alle Belege müssen 10 Jahre aufbewahrt werden.

Bis wann muss der Jahresabschluss fertig sein?

Der Geschäftsbericht mit der Jahresrechnung (Bilanz + Erfolgsrechnung + Anhang) muss innerhalb von 6 Monaten nach Geschäftsjahresende erstellt und zur Genehmigung vorgelegt werden (Art. 958 Abs. 3 OR). Bei Kalenderjahr: bis 30. Juni. Er wird an der Gesellschafterversammlung genehmigt und bildet die Grundlage für die Steuererklärung der GmbH.

Wie lange musst du die Unterlagen aufbewahren?

Geschäftsbücher, Buchungsbelege, Geschäftsbericht und Revisionsbericht müssen 10 Jahre aufbewahrt werden (Art. 958f Abs. 1 OR). Die Frist beginnt am Ende des Geschäftsjahres. Bücher und Belege darfst du elektronisch aufbewahren, sofern sie unveränderbar und jederzeit lesbar sind; Geschäftsbericht und Revisionsbericht sind schriftlich und unterzeichnet aufzubewahren (Art. 958f Abs. 2 und 3 OR).

Braucht deine GmbH eine Revisionsstelle?

  • Ordentliche Revision: Eine ordentliche Revision brauchen Publikumsgesellschaften, Gesellschaften mit Pflicht zur Konzernrechnung und Gesellschaften, die in zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren zwei der drei Grössen überschreiten: Bilanzsumme CHF 20 Mio., Umsatzerlös CHF 40 Mio., 250 Vollzeitstellen im Jahresdurchschnitt (Art. 727 Abs. 1 OR, für die GmbH über Art. 818 Abs. 1 OR). Verlangen Aktionäre mit zusammen mindestens 10 Prozent des Aktienkapitals eine ordentliche Revision, ist sie ebenfalls Pflicht; bei der GmbH kann das jeder Gesellschafter mit Nachschusspflicht (Art. 727 Abs. 2, Art. 818 Abs. 2 OR).
  • Eingeschränkte Revision und Opting-out: Unterhalb dieser Grössen ist die eingeschränkte Revision der Normalfall (Art. 727a Abs. 1 OR). Darauf verzichten (Opting-out) kann eine Gesellschaft nur, wenn sie im Jahresdurchschnitt höchstens zehn Vollzeitstellen hat und alle Aktionärinnen und Aktionäre bzw. Gesellschafterinnen und Gesellschafter zustimmen. Seit dem 1. Januar 2025 gilt ein Verzicht nur für künftige Geschäftsjahre und muss vor deren Beginn beim Handelsregisteramt angemeldet werden, zusammen mit der Jahresrechnung des letzten Geschäftsjahres; bei der Gründung genügt die Verzichtserklärung. Der Verzicht gilt danach auch für die folgenden Jahre, doch jede Aktionärin und jeder Aktionär bzw. Gesellschafter kann spätestens zehn Tage vor der Generalversammlung wieder eine eingeschränkte Revision verlangen (Art. 727a Abs. 2, 2bis und 4 OR, Art. 62 Abs. 3 HRegV).
  • Kapitalverlust: Ein Opting-out heisst nicht «nie ein Revisor»: Zeigt die letzte Jahresrechnung einen Kapitalverlust – die Aktiven abzüglich der Verbindlichkeiten decken nicht mehr die Hälfte der Summe aus Aktien- bzw. Stammkapital, nicht rückzahlbarer gesetzlicher Kapitalreserve und gesetzlicher Gewinnreserve –, muss eine Gesellschaft ohne Revisionsstelle diese Jahresrechnung vor der Genehmigung durch die Generalversammlung von einem zugelassenen Revisor eingeschränkt prüfen lassen (Art. 725a Abs. 2 OR, für die GmbH über Art. 820 OR).

Welche Buchhaltungssoftware passt für eine GmbH?

  • Bexio — verbreitete Cloud-Lösung für Schweizer KMU, mit MWST-Abrechnung. bexio kostet im Jahresabo ab CHF 35 pro Monat (Basic); Bankanbindung und automatischen Zahlungsabgleich gibt es erst ab Advanced für CHF 42 pro Monat. Im Monatsabo kostet jedes Paket CHF 10 mehr, alle Preise exkl. MWST.
  • Banana Accounting — günstig, gut für Buchhaltungs-Erfahrene. Banana Buchhaltung Plus kostet ab CHF 89 pro Jahr (Professional), die Advanced-Variante CHF 179 pro Jahr; eine Gratis-Variante gibt es auch.
  • Abacus — umfangreiche Schweizer Business-Software, eher für grössere KMU.

Was kostet die Buchhaltung einer GmbH?

  • Software: Banana gratis (Free) oder ab CHF 89 pro Jahr; bexio ab rund CHF 420 pro Jahr (Basic im Jahresabo, 12 × CHF 35, exkl. MWST — Bankanbindung erst ab Advanced, Preise oben)
  • Laufende Buchhaltung selber: keine Fremdkosten, dafür deine Zeit — je nach Belegmenge
  • Jahresabschluss durch Treuhänder: Jahresabschluss mit Steuererklärung bei einem Online-Treuhänder ab CHF 990 pro Jahr (Run my Accounts, Paket «Base» für Kleinunternehmen mit wenig Komplexität, mit vier Stunden Beratung).
  • Buchhaltung ganz auslagern: Laufende Buchhaltung durch einen Treuhänder ab CHF 145 pro Monat, exkl. MWST (Findea).

Das sind Untergrenzen aus veröffentlichten Preislisten (Stand Oktober 2026). Mit Lohn, MWST oder vielen Belegen wird es deutlich mehr — hol dir für deine Firma eine Offerte.

Häufige Fragen zur Buchhaltung deiner GmbH

Muss ich für den Jahresabschluss einen Treuhänder beiziehen, wenn ich die Buchhaltung meiner GmbH selber mache?

Nein. Das Gesetz schreibt weder für die laufende Buchhaltung noch für den Jahresabschluss einen Treuhänder vor. Verantwortlich sind die Geschäftsführer: Sie gestalten das Rechnungswesen und erstellen den Geschäftsbericht (Art. 810 Abs. 2 Ziff. 3 und 5 OR). Für eine kleine GmbH ist nur eine Revisionsstelle für die eingeschränkte Revision Pflicht — ausser alle Gesellschafter verzichten per Opting-out (Art. 727a Abs. 2 OR). Einen Treuhänder für Abschluss oder Steuererklärung beizuziehen, ist eine Wahl, keine Pflicht.

Muss eine GmbH in der Schweiz zwingend doppelte Buchhaltung führen?

Ja. Jede GmbH ist als juristische Person zur Buchführung und Rechnungslegung verpflichtet (Art. 957 Abs. 1 Ziff. 2 OR) — in der Praxis heisst das doppelte Buchhaltung mit Bilanz und Erfolgsrechnung. Die vereinfachte Buchführung über Einnahmen, Ausgaben und Vermögenslage gilt nur für Einzelunternehmen und Personengesellschaften mit weniger als CHF 500’000 Umsatzerlös im letzten Geschäftsjahr (Art. 957 Abs. 2 OR) — nie für eine GmbH.

Bis wann muss der Jahresabschluss fertig sein?

Innerhalb von 6 Monaten nach Geschäftsjahresende muss der Geschäftsbericht erstellt und zur Genehmigung vorgelegt werden (Art. 958 Abs. 3 OR). Bei Kalenderjahr: bis 30. Juni des Folgejahres. Genehmigt wird er an der ordentlichen Gesellschafterversammlung, die ebenfalls innert 6 Monaten stattfindet (Art. 805 Abs. 2 OR).

Wie lange müssen GmbH-Buchhaltungsunterlagen aufbewahrt werden?

10 Jahre ab Ende des Geschäftsjahres (Art. 958f Abs. 1 OR). Das gilt für Geschäftsbücher, Buchungsbelege, Geschäftsbericht und Revisionsbericht. Bücher und Belege darfst du elektronisch aufbewahren; Geschäftsbericht und Revisionsbericht sind schriftlich und unterzeichnet aufzubewahren (Art. 958f Abs. 2 und 3 OR).

Braucht meine GmbH eine Revisionsstelle?

Grundsätzlich ja: Eine kleine GmbH braucht eine eingeschränkte Revision, ausser sie hat höchstens zehn Vollzeitstellen im Jahresdurchschnitt und alle Gesellschafter verzichten darauf (Opting-out). Eine ordentliche Revision brauchen Publikumsgesellschaften, Gesellschaften mit Pflicht zur Konzernrechnung und Gesellschaften, die in zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren zwei der drei Grössen überschreiten: Bilanzsumme CHF 20 Mio., Umsatzerlös CHF 40 Mio., 250 Vollzeitstellen im Jahresdurchschnitt (Art. 727 Abs. 1 OR, für die GmbH über Art. 818 Abs. 1 OR). Verlangen Aktionäre mit zusammen mindestens 10 Prozent des Aktienkapitals eine ordentliche Revision, ist sie ebenfalls Pflicht; bei der GmbH kann das jeder Gesellschafter mit Nachschusspflicht (Art. 727 Abs. 2, Art. 818 Abs. 2 OR). Unterhalb dieser Grössen ist die eingeschränkte Revision der Normalfall (Art. 727a Abs. 1 OR). Darauf verzichten (Opting-out) kann eine Gesellschaft nur, wenn sie im Jahresdurchschnitt höchstens zehn Vollzeitstellen hat und alle Aktionärinnen und Aktionäre bzw. Gesellschafterinnen und Gesellschafter zustimmen. Seit dem 1. Januar 2025 gilt ein Verzicht nur für künftige Geschäftsjahre und muss vor deren Beginn beim Handelsregisteramt angemeldet werden, zusammen mit der Jahresrechnung des letzten Geschäftsjahres; bei der Gründung genügt die Verzichtserklärung. Der Verzicht gilt danach auch für die folgenden Jahre, doch jede Aktionärin und jeder Aktionär bzw. Gesellschafter kann spätestens zehn Tage vor der Generalversammlung wieder eine eingeschränkte Revision verlangen (Art. 727a Abs. 2, 2bis und 4 OR, Art. 62 Abs. 3 HRegV). Ein Opting-out heisst nicht «nie ein Revisor»: Zeigt die letzte Jahresrechnung einen Kapitalverlust – die Aktiven abzüglich der Verbindlichkeiten decken nicht mehr die Hälfte der Summe aus Aktien- bzw. Stammkapital, nicht rückzahlbarer gesetzlicher Kapitalreserve und gesetzlicher Gewinnreserve –, muss eine Gesellschaft ohne Revisionsstelle diese Jahresrechnung vor der Genehmigung durch die Generalversammlung von einem zugelassenen Revisor eingeschränkt prüfen lassen (Art. 725a Abs. 2 OR, für die GmbH über Art. 820 OR).

Was kostet ein Treuhänder für die GmbH-Buchhaltung?

Richtwerte aus veröffentlichten Preislisten (Stand Oktober 2026): Jahresabschluss mit Steuererklärung bei einem Online-Treuhänder ab CHF 990 pro Jahr (Run my Accounts, Paket «Base» für Kleinunternehmen mit wenig Komplexität, mit vier Stunden Beratung). Laufende Buchhaltung durch einen Treuhänder ab CHF 145 pro Monat, exkl. MWST (Findea). Je nach Volumen, Lohn und MWST wird es deutlich mehr — hol dir eine Offerte. Floow führt keine Buchhaltung und ersetzt den Treuhänder nicht.

So ist diese Seite entstanden: Recherche und Text mit KI-Unterstützung. Zahlen und Rechtsaussagen werden gegen amtliche Quellen abgeglichen. Verantwortlich: Ivan Markovic, Gründer von Floow. Stand: Oktober 2026. So arbeiten wir mit KI
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Floow Redaktion

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